Freitag, 28. Oktober 2011

S&P 500: Oktober der Superlative

Nachrichten bewegen Märkte wie kaum etwas anderes. Eindrucksvoller als gestern dürfte man das selten zu Gesicht bekommen. Denn nach der Meldung vom Haircut und der Ausweitung des EU-Rettungsschirms, die am Mittwoch noch auf nervöse Rücksetzer deutete, kommt am Donnerstag das Geld im großen Stil zurück. Short-Squeeze oder nicht - der Ausbruch der US-Treasuries bestätigt die Entwicklung am Aktienmarkt - wie im Post vom 19.10. angedeutet: 

Siehe auch http://miseswelt.blogspot.com/2011/10/s-500-kommt-das-geld-oder-nicht.html . Das Ergebnis ist fulminant. Der Oktober 2011 dürfte als Monat der Superlative in die Geschichte eingehen:
13 Bullentage, 6 Bärentage, 14% Performance bei den 500 größten Unternehmen der Welt. Ein Wert, den es seit 1954 kein einziges Mal gegeben hat. 


Tritt hier noch mal wer auf die Bremse?
Im November 2010 kam es nach einem ähnlich impulsiven Ausbruch zu einem Rücksetzer auf den MA 20. Der S&P 500 ist nun an die Widerstandszone von 1.300 Punkten gelaufen. Hier lauern eine Reihe von Fibonacci-Retracements, die vereinfacht in dem orangefarbenen Kreuz zusammengefasst werden:
1. Das  78er Retracement (höchster Punkt für eine Bärenmarkt-Rallye) 
2. Das 161er Preis-Extension (höchster Punkt für die Bodenbildung)  
3. Die 161er Time-Extension im Bereich vom 4. bis zum 8.11.
(bezogen auf die Bodenbildung)


Es gibt dazu eine Reihe bärischer Divergenzen. Legt man darüber hinaus den November 2010 als Vergleichsmaßstab an, ergibt sich folgendes Bild. Die Techs verlieren gegenüber den Dividenden-Aktien (wenn auch noch auf hohem Niveau):

Die Schwergewichte ziehen nicht mehr mit und dürften in den Ausbruch verkauft werden:

Die NewHigh/New Low Ratio hat den Anstieg nicht mitgemacht (das vielleicht noch schwächste Argument, wenn man den Chart ansieht): 

Es dürfte also nicht mehr allzu lange dauern, bis die großen Investoren Teilgewinne sichern. Ob der S&P 500 im Anschluss tatsächlich an den MA 20 zurückläuft, wird sich zeigen. Denn momentan dürften eine Menge Marktteilnehmer dem Einstieg nervös entgegen fiebern. Und müssen ihre Jahresperformance aufpolieren.  


Ok. Und nun?
Abwarten. Die heutige Eröffnung dürfte eine Menge darüber sagen, ob die Teilnehmer einen Fehlausbruch an der 1.300er Marke in Kauf nehmen. Oder kommende Woche Rücksetzer zum Einstieg nutzen. "Sit on your hands" dürfte die Devise sein, bis die Bullen, die Bären und die großen Jungs an der Seitenlinie wissen, wie sie weitermachen wollen. 


Plan B
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Bitte beachten Sie den Disclaimer. Offenlegung nach §34 WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Blogger ist in den besprochenen Werten nicht investiert.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Dax: Die Wartburg fällt (vorläufig)

Die Nachricht von einem 50% Haircut - wenn auch unbestätigt - könnte den Richtungsentscheid herbeiführen, auf den alle den ganzen Tag lang gewartet haben. Und der heisst: Abwärts. Zum Tagesschluss lösen die Marketmaker ihre Positionen auf und bauen sicherheitshalber Cash auf. Ein konsequenter Schritt. Denn die Chancen für einen Rücksetzer über Nacht sind zu groß. 


Kurzfristig könnte sich das bisherige Rallye-Potential entladen. Denn seit einigen Tagen wird das Geld aus den Dax-Schwergewichten abgezogen (unteres Fenster):

Die bärische Divergenz, die sich hier ausgebildet hat, wird auch von anderer Seite bestätigt: Die German Bonds. Hier deutet das Flaggen-Muster einen Ausbruch nach oben und damit eine Flucht in den Safe Haven an: 

Aufgrund des breiten Preis-Unterstützung, dem Performance-Druck der Fonds und der Jahresend-Rallye sollte es sich nur um einen Schreckschuss handeln. Der starke Euro zeugt nicht grade von einem echten Vertrauensproblem.  


Plan B
Sollten sich die Märkte nach Börsenschluss erholen, fällt der Rücksetzer aus. 
Bitte beachten Sie den Disclaimer. Offenlegung nach § 34 WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Blogger ist in den besprochenen Werten nicht investiert. 

Montag, 24. Oktober 2011

Stockpick: Balda (Rückkauf long)

Balda dreht. Nachrichten spielen dabei keine Rolle. Der Trade eignet sich als Range-Trade. Da die Probleme nicht gelöst sind, sollte man jedoch nicht überoptimistisch an die Sache rangehen. Und das Profit-Target einhalten. Siehe auch: 

Trade-Idee
Re-Test des Widerstandsbereich von 6 EUR 
Wegen des relaltiv schwachen Volumen im Tageschart sollte die Aktie nur oberhalb des Tages-Hochs zum Einstieg genutzt werden.

Was spricht für den Trade
+ wurde am unteren Preis-Support hochgekauft 
+ das untere Widerstandslevel kann mit engem Stopp als Einstieg genutzt werden
+ sofern das positive Marktumfeld weiter anhält (über Mittwoch hinaus), könnte die 6 EUR-Marke auch überwunden werden 

Was spricht gegen den Trade
- Bounce unter extrem dünnem Volumen
- unklare Nachrichtenlage (-> s. vorherige Balda-Trades)

Bitte beachten Sie den Disclaimer. Offenlegung nach §34 WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Blogger ist in dem besprochenen Wert nicht investiert. 

Stockpick: Carl Zeiss (long)

Starke Freitage werden Montags oft abverkauft. Da vom EU-Gipfel vor Mittwoch keine konkreten Ergebnisse zu erwarten sind, dürfte es zunächst wenig Kaufbegeisterung geben. Der "Hoffnung schlägt Tatsache"-Trade könnte deshalb durch einen kleinen Rücksetzer weitere Einstiegsmöglichkeiten bieten. 


Sollte es jedoch genau andersherum kommen, und die Käufer zur Eröffnung dranbleiben, wird aus der Idee nix. Und die starken Kandidaten erwischt man nicht mehr mit einem engem Stopp. 

Mit Carl Zeiss ließe sich das Problem möglicherweise umgehen. Die Aktie hat am Freitag eine Umkehr-Formation ausgebildet und könnte jetzt zur oberen Begrenzung der Seitwärtsphase laufen. Ein weiterer Vorzug: Sie wird nur gekauft, wenn der Markt tatsächlich nach oben tendiert:

Was spricht für den Trade
+ Umkehrformation
+ relativ stabiler Markt
+ wurde am 1.61 Retracement hochgekauft (nicht im Bild)
+ Einstieg nur, wenn der Markt steigt

Was spricht gegen den Trade
- relativ begrenztes Upside-Potential momentan (ca. 6-9%)
- RSI hat noch kein extremes Low erreicht

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Mittwoch, 19. Oktober 2011

S&P 500: Kommt das Geld oder nicht?

Wer einen Blick auf die S&P 500 und die 10 Year US-Treasury Note wirft, dürfte sich zwangsläufig nur eine Frage stellen: Kommt das Geld aus den Staatsanleihen zurück in den Aktienmarkt? Der Chart zeigt, welches Potential jetzt nach oben wie nach unten darin steckt: 

Knacken die Zinsen die Wendemarke von 2.18% (unteres Fenster), setzt sich die Erholung fort (orange). Tun sie's nicht, setzt die überfällige Korrektur im S&P ein (grau). Und wie das Beispiel im Dezember 2008 zeigt, könnte es dann zu neuen Lows kommen. Zwei von drei Malen kam es jedoch zu einer kräftigen bullischen Bewegung.

Die Bond-Investoren werden sich die Entscheidung gut überlegen. Und die Fond-Investoren dürften ebenfalls bereit stehen, wenn das Kaufsignal kommen sollte. Denn in Anbetracht der Tatsache, dass der Markt im Oktober 2011 auf dem gleichen Niveau notiert wie im Oktober 2010 macht sich nicht besonders gut für die eigene Performance. Aus dem Grund sollte die Jahresend-Rallye durchaus noch Luft nach oben haben. 

Theoretisch könnte ein kräftiger Kapitalschub die Aktien auch noch etwas länger im überkauften Bereich halten. Ob es dazu kommt wird die politische Nachrichtenlage nach dem Wochenende zeigen. 

Plan B
Überkauft ist überkauft. Die Frage nach einem Short wäre durchaus angebracht. Der S&P konnte bislang die 1.225 auf Wochenschluß nicht überwinden. Nach der momentanen Wochenkerze könnte das ein gangbarer Weg sein. Vorausgesetzt irgendjemand verliert den Glauben daran, dass die Probleme der Eurozone mit dem Treffen am Wochenende gelöst werden. Noch sieht es danach jedoch nicht aus.
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Donnerstag, 13. Oktober 2011

Stockpick: Evotec

Zuversicht bewegt die Märkte. Diesmal liegt es an Barroso, der eine höhere Eigen-Kapitaldecke der Banken fordert (Irving Fisher tut dies schon seit 1933). Sofern sich der Dax weiter jedoch oberhalb der 5.900er Marke hält, könnte das auch einem "Schläfer" wie Evotec neuen Schub verleihen. Die Aktie läuft seit mehreren Tagen unterhalb des EMA 200 seitwärts, relativ unbeeindruckt vom allgemeinen Marktverhalten. Möglich, dass jetzt der Impuls kommt. 

Was spricht für den Trade
+ inverse Kopf-Schulterformation (SSKKSS)
+ Ausbruch aus dem Abwärtskanal
Was spricht gegen den Trade
- Der UBC-Deal sah keine Bekanntgabe von finanziellen Details vor  

- Vorstand Lanthaler kaufte dieses Jahr 20.000 Aktien, 2010 waren es 70.000  

Mehr dazu hier:
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Mittwoch, 12. Oktober 2011

Stockpick: Balda (long)

Balda ist ein prima Beispiel für das Hü und Hott in unklaren Marktsituationen. Und damit ein interessantes Studienobjekt für Charttechnik und Behavioural Finance. Denn am 10.10. wurde der Balda Short aufgrund des bullischen Reversals geschlossen. Gestern folgte eine Bestätigung, so dass nun von einem Ziel bei 5.71/ 6.02 (MA 20) ausgegangen werden kann:
Aber Obacht! Charttechnische Reversal machen die Nachrichtenlage nicht ungeschehen, auch wenn es so aussehen mag. Deswegen unbedingt den Stop beachten. 

Trade-Idee
Test MA 20
Was spricht für den Trade
+ Trotz dünnem Volumen driftet die Aktie höher
+ Markt offenbar immun gegen Rezessions-Idee (Schlechte Alcoa-Zahlen = schlechte Wirtschaftsentwicklung)
Was spricht gegen den Trade
- dünnes Volumen wegen der unklaren Nachrichtenlage. Mehr dazu:
Bitte beachten Sie den Disclaimer. Offenlegung nach § 34 WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Blogger ist in den besprochenen Werten nicht investiert. 

Dienstag, 11. Oktober 2011

Earnings: Bewegt Alcoa Thyssen - und damit den Markt?

Der Blick auf die Stahlkocher und Aluminiumproduzenten zeigt, dass an dem Rezessionsverdacht doch vielleicht mehr dran ist, als einem lieb ist. Der Chart zeigt warum: 



Die beiden Metallproduzenten notieren momentan unterhalb der Wochen-Tiefs aus dem Juni 2010. Während der S&P 500 zur Zeit 16% darüber notiert. Angenommen, die Earnings-Presentation von Alcoa würde heute nacht positiv aufgenommen, könnte das die Märkte morgen weiter nach oben treiben. Dies dürfte für den Dax ebenso wie den S&P 500 gelten. Denn zwischen Alcoa und Thyssen zeigt sich eine enge Verbindung während der Earnings-Saison: 


Auch wenn der Aufwärts-Impuls wegen der vergleichsweise geringen Gewichtung von Thyssen im Dax nicht überschätzt werden sollte, die Signalwirkung ist in jedem Fall vorhanden. Weil sie die Hoffnung nährt, und einer Rezession fürs erste
den Schrecken nimmt. Ob das für die Früh-Zykliker der Start-schuß für eine Aufholjagd sein wird - wie man sie grade bei
E.ON und RWE sieht - sollte bezweifelt werden. Aber ein
Sprung zwischen 5-10% wäre ja zumindest mal ein Anfang. 
Bitte beachten Sie den Disclaimer. Offenlegung nach §34 WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Blogger ist in den besprochenen Werten nicht investiert. 

Stockpick: SGL Carbon (2. Anlauf)

Short-Ideen können in einem Marktumfeld mit hoher Rallye-Bereitschaft schnell nach hinten losgehen. Die gestrige Trade-Idee für einen Balda Short zeigt das. Dennoch. Aktien, die schwächer als der Gesamtmarkt performen, bleiben weiter ein Short. Drei Bedingungen auf die man beim Screenen achten sollte: 
1. Die Aktie befindet sich in einem Topping-Prozess
2. Die Aktie schafft es nicht, sich aus der Seitwärtsrange zu befreien (Fehlausbruch nach oben)
3. Die Insider haben auf dem Level verkauft


Für SGL Carbon trifft alles drei zu:  

Trade-Idee
Test des MA 50/ MA 200
Was spricht für den Trade
+ siehe oben
+ Am 4.10. wurden ca. 48.000 Aktien verkauft. Mehr dazu:
http://www.dgap.de/news/directors_dealings/verkauf-geschaeftsfuehrendes-organ_145_690063.htm
Was spricht gegen den Trade
- Der RSI deutet auf ein Umkehr-Signal. 
- Der Price-Support bei 36.60 EUR könnte für einen Aufwärtsschub sorgen 
Erstes Achtungszeichen 
Ein Bullish Harami oder ein Hammer auf Tagesschluss. Dann sollte der Trade sofort aufgelöst werden.
Bitte beachten Sie den Disclaimer. Offenlegung nach §34 WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Blogger ist in dem besprochenen Papier nicht investiert.  

Montag, 10. Oktober 2011

Dax: Hoffnung schlägt Tatsache

Nicht die Schwäche des breiten Marktes. Nicht das Top der Dax-Schwergewichte. Nicht die maroden Banken. Ein Mix aus Erwartungen - Beginn der Earnings-Saison und mögliche Lösungsvorschläge für die Euro-Krise bis Anfang November - sorgte für einen kräftigen Abzug des Geldes aus dem Bondmarkt: 
Damit wurde heute ein erster ernstgemeinter Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung eingeläutet: 

Wichtig wäre, dass in den kommenden Tagen die Marke von 5.900 im Dax nachhaltig überwunden wird. Möglich wäre das, wie der vergleichsweise heftige Abverkauf im oberen Bondchart zeigt. 

Hoffnung macht Tatsachen nicht ungeschehen. Sie bewertet sie lediglich anders. Was vorher negativ war, sieht auf einmal nicht mehr so übel aus. Weil man sich bereits damit arrangiert hat. Ein steiler Anstieg würde also nicht bedeuten, dass irgendeins der Probleme tatsächlich gelöst wäre. Es würde nur beweisen, dass viele Aktien zur Zeit für günstig bewertet halten. 


Über die Tragfähigkeit des heutigen Erwartungsmix und der Bewertungen kann man unterschiedlicher Meinung sein. Die Fragen, die auf dem Tisch liegen, sind viel zu komplex, als das jetzt gleich wieder alles "peaches and cream" wäre. Denn: 
Was können Merkel und Sarkozy tatsächlich tun ohne die Verschuldung explosiv zu erhöhen? 
Was sagt ein gutes Q3-Ergebnis über die Zukunft aus? Wieviele Jobs werden auf Basis positiver Quartalsergebnisse geschaffen (und nicht durch neue Produkte?) 


Tatsache ist: Hoffnung bewegt. Dass sich in diesem Fall Dax-Aktien stärker als der Bullish Percent Index (= Aktien > MA 10) entwickeln, muss nicht negativ sein, wie der Blick auf den Chart zeigt:

Dass hochkapitalisierte Aktien aus dem Dax deswegen besser laufen als kleinere aus dem H- oder S-Dax, sei damit nicht gesagt.


Plan B
Falls morgen der Hoffnung wieder die Flügel gestutzt werden: 
http://miseswelt.blogspot.com/2011/10/dax-ohm-vorsicht-mit-der-begeisterung.html

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Stockpick: Balda

Balda findet zur Zeit wenig Käufer. Wen wundert das bei der aktuellen Nachrichtenlage*. 

Die Marktteilnehmer haben noch nicht ausgemacht, ob sie den Wert mit den TPK-Anteilen einpreisen sollten. Oder das Potential aus dem Kauf der Medical-Sparte. Solange darüber keine Klarheit herrscht, dürfte die Charttechnik als Guideline herhalten. Und die ist eindeutig:


Trade-Idee
Die Aktie dürfte als nächstes die November-Tiefs aus dem Jahr 2010 bei 4.80 EUR anpeilen, bevor es zu einer Gegenbewegung kommen sollte. Möglicherweise geht es auch direkt weiter abwärts bis 4.48 EUR.  
Was spricht für den Trade
+ Das Low bei 4.48 wurde noch nicht getestet
+ ohne neue Nachrichten sollte die Aktie nicht vor dem Preis-Support drehen
+ Der Stundenschlußkurs von 5.47 (das -132.8 Retracement der letzten Aufwärtsbwegung) zeigt sich als Widerstand. Darüber wollen zur Zeit keine Käufer einsteigen
+ ohne neue Nachrichten sollte die Aktie nicht vor dem Preis-Support drehen 
Was spricht gegen den Trade
- Prozyklischer Einstieg kurz vor einem wichtigen Preis-Support
Eine so überverkaufte Aktie kann schnell drehen
- Wegen der hohen Vola sollte man den Finger an der Reißleine haben
*Mehr über die Nachrichten-Lage bei Balda:
http://www.deraktionaer.de/aktien-deutschland/balda-aktionaere-zahlen-zweimal-drauf-17193009.htm


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Freitag, 7. Oktober 2011

Stockpick: Centrosolar

Der erste Lichtblick für für Solar-Aktien: Das Reversal von Ökodax und dem US-Solar ETF (KWT). Dies könnte auch für Centrosolar einen ersten Umkehr-Schub bedeuten:

3 Monate lang kein Schlusskurs > MA 20. Die Aktie notiert bei 30% ihres Wertes im März. (Das zum Thema Energiewende.)


Trade-Idee
Test von MA 20
Was spricht für den Trade
+ Die Aktie bewegt sich zwischen 12-15% intraday, wenn man richtig liegt
+ Die Aktie zeigt seit einigen Tagen eine bullische Divergenz im RSI
+ Die Insider-Käufe lagen 2010 bei Werten um 4 EUR
(was in einem Rezessions-Scenario nicht so rasend viel bedeuten würde)
+ Die 2 EUR Marke stellt ein interessantes Ziel dar.
Was spricht gegen den Trade
- Bei dünnem Handel kommt es durch Gap Up zu Problemen mit dem geplanten Stop
- Von einem Boden kann keiner sprechen
- Das Wochen-Ende steht vor der Tür. Sehr spekulative Aktien wie diese könnten am Montag problemlos 15% tiefer stehen, wenn es zu schlechten Nachrichten kommt. 


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Donnerstag, 6. Oktober 2011

Dax: Öhm, Vorsicht mit der Begeisterung

Der Risk on Risk off Trade (Bank vs. Pharma) zeigt eine deutliche Stabilisierung:


Allerdings: Entwarnung sieht anders aus. In sechs von sieben Fällen folgte auf dieses Muster ein weiterer Rutsch. Dies sollte dann der letzte vor der Erholungsrallye gewesen sein. 


Der kurze Abverkauf nach dem EZB-Entscheid hatte wohl weniger mit dem Inhalt zu tun. Als mit der Tatsache, dass sich der Dax nach der steilen Rallye im Stundenchart im Überkauft-Modus befand. Solange die Job-Daten nicht dazwischen funken, heisst das Ziel der Bullen  MA 50: 

Angesichts des schwachen Bullish Percent Index (3 fallende Hochs) wäre es jedoch nicht weiter verwunderlich, wenn dort eine Trendumkehr einsetzen würde. Zwei weitere Argumente dafür: 


1. Die Dax-Schwergewichte notieren an einem Hochpunkt. 
2. Das Handelsvolumen der Tage mit close > open nimmt ab


Plan B
Wenn von FAZ bis Mises Welt jedermann auf ein Lower Low spekuliert, tritt vielleicht das komplette Gegenteil ein. Bedingung dafür wäre ein Ausbruch des Dax mit großem Volumen über den MA 50. Das dürfte die Zweifler überzeugen und weiteres Geld in den breiten Markt bringen. Unspektakulärer aber genauso zielführend wäre eine Seitwärtsbewegung. Der BPI setzt zurück, die Schwergewichte setzen zurück. Beide bilden ein higher Low. Und der Ausbruch wäre ebenfalls perfekt.  


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Stockpick: Wacker Chemie

Vor der EZB-Entscheidung eröffnet der Dax mit 1,5% im Plus. Anders als im April und im Juli, als die Leitzinsen erhöht werden sollten, befindet er sich jedoch nicht an einem ausgereizten Ende einer impulsiven Rallye. Das spricht dafür, dass auch Nachzügler noch auf den fahrenden Zug aufspringen können. Ein potentieller Rebound-Kandidat: Wacker Chemie. 

Trade-Idee
Re-Test MA 20
Nach dem der erste Versuch des Test von MA 20 (orange) gescheitert war, könnte es im zweiten Anlauf klappen. 


Was spricht für den Trade?
+ Zykliker sind wegen der Rezessions-Ängste stark abverkauft worden 
+ Rebound mit Hammer-Formation
+ Bull-Candle als Bestätigung am Folgetag
+ Bullische Divergenz im RSI


Was spricht gegen den Trade?
- Der Dax ist im Stundenchart ziemlich überkauft
- Nachrichtentage haben hohes Vola-Potential, auch nach unten
- das anämische Volumen 


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Mittwoch, 5. Oktober 2011

Dax: Finaler Rutsch voraus

Wäre heute Freitag und nicht Dienstag, sähe es im Dax für Long-Investments ziemlich duster aus: 

Die Zahl der neuen Hochs hat auf Wochenschluss-Basis die kritische Marke von 12 unterschritten. Das letzte Mal geschah dies 2008. Die Folge war ein Rutsch von etwa 27% innerhalb der anschließenden drei Wochen. 


Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die die These stützen: 
1. Der VDAX deutet mit seiner Ascending-Triangle Formation einen ungeahnt heftigen Ausbruch der Vola an:  


2. Der R-Dax Performance bestätigt die Flucht aus den Aktien und signalisiert die Möglichkeit einer ähnlich heftigen Aufwärtsbewegung:



3. Der US-Dollar Index zeigt, das Kapital aus dem Euro-Raum abgezogen wird. In der Regel ein Indiz für die Verschärfung der Krise: 


4. Der Rettungsanker "Tech"- mit dem Flagschiff Apple - kann den Fall der Banken im S&P 500 nicht mehr stoppen.

Wieviel Luft nach unten ist, zeigen zwei Vergleichswerte: 
Der Dax befindet sich zur Zeit etwa 18% < MA 20. Im September 2001 fiel der Dax auf 32% < MA 20. Im Oktober 2008 waren es 29%. Ziele bei 4.480 wären problemlos drin.


Plan B
Solange die Politik nicht negativ dazwischen funkt, könnte es trotz schlechter Vorzeichen zu einer kurzfristigen Rallye kommen. Die Entspannung, die sich seit zwei Tagen bei den Bank-Titeln zeigt, wäre immer hin ein Anfang:

Betrachtet man die Veränderung von CBK, DBK und ARL zeigt sich eine bullische Divergenz. Sprich: Bank-Aktien setzen weniger zurück als der Dax. Bisher war dies ein Zeichen für eine kurze Gegenbewegung an den oberen Abwärtskanal. 

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